Steuerrecht

Erbschaft-, Schenkungsteuer und Freibeträge

Die Rechtsgrundlage bildet das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG).

Gegenwärtig befinden sich wichtige Teile des Gesetzes in einem Prozess der Neuregelung durch den Deutschen Bundestag. Das Bundesverfassungsgericht hatte vor einiger Zeit Teile des Gesetzes für nichtig erklärt. Die Regelungen zur Verschonung ererbten oder per Schenkung übertragenen Betriebsvermögens verstießen nach Auffassung der Verfassungsrichter gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung im Bereich der Vermögensbewertung.

Dass der Staat beim Vererben eine Steuer erhebt, hat eine lange Tradition. Schon im Mittelalter musste ein sogenannter Totenzoll beim Landesherren abgeliefert werden. Zudem waren Stempelabgaben für Testamente und Erbschaftverträge weit verbreitet.

Steuerklassen bei Erbschaft/Persönliche Freibeträge

Je nach dem persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser wird zwischen drei Steuerklassen unterschieden.
Zuordnung in Steuerklasse I:
Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner, Kinder und Stiefkinder sowie die Abkömmlinge dieser Kinder und Stiefkinder, Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen;
Zuordnung in Steuerklasse II:
Eltern und Voreltern bei Schenkungen, Geschwister und Geschwisterkinder, Stiefeltern und Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehegatten;
Zuordnung in Steuerklasse III:
alle übrigen Erwerber.

Erbe: Wie hoch ist die Steuer?

Vorab ist zu bemerken, dass Ehegatten, Kinder und Enkelkinder über abgestufte, relativ hohe persönliche Freibeträge verfügen. Alle anderen Erwerber erhalten lediglich einen kleinen Freibetrag.

Die Höhe der Erbschaftsteuer ist abhängig vom Verwandtschaftsverhältnis des Erben zum Erblasser (erfolgt durch Einteilung der Erben in Steuerklassen) und der Höhe der Erbschaft (Wert). Es muss also der Wert des Nachlasses festgestellt werden (Reinvermögen nach Abzug der Schulden); man sagt, der Nachlass wird bewertet. Anschließend müssen in der Regel noch die Freibeträge abgezogen werden. Danach kann man die Steuersätze ermitteln.

Die Höhe der Steuer ist von der Höhe des steuerpflichtigen Erwerbs und der Steuerklasse des Erwerbers abhängig.

Ein wichtiger Gestaltungshinweis ist es, bereits zu Lebzeiten rechtzeitig eine Vermögensübertragung innerhalb der Familie vorzunehmen - die persönlichen Freibeträge können alle 10 Jahre erneut voll ausgeschöpft werden.